Wozu Latein?

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Eine Information der Fachdidaktik Latein

des Staatlichen Seminars für das Höhere Lehramt Chemnitz

 

Fest steht

Latein wird in Europa seit mehr als 2000 Jahren geschrieben und gesprochen. Das ist einzigartig. Lateinsprechende Menschen haben im Lauf der Zeit ihre Sprache zu den verschiedenen romanischen Sprachen (Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Rumänisch) und einigen Dialekten verändert. Englisch und Deutsch haben sich aus dieser Sprache viele Vokablen ausgeliehen.

Latein ist eine Basissprache

·       Lateinschüler lernen aufgrund vieler Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten moderne Fremdsprachen schneller und leichter. Das ist eine gute Grundlage für die dritte Fremdsprache im Sprachzug oder für die Volkshochschule nach dem Abitur.

·       Sie können besser mit ihrer eigenen Muttersprache umgehen.

·       Sie verstehen Fremdwörter leichter und verlieren die Angst vor Fachbegriffen.

 

Latein

Spanisch

Französisch

Italiensich

porta

puerta

porte

porta

calidus

cálido

chaud

caldo

te amo

amo te

je t’aime

ti amo

annus

año

an

anno

libertas

libertad

liberté

libertà

numerus

número

numéro

numero

vinum

vino

vin

vino

privatus

privado

privé

privato

1) Tür  2) heiß  3) ich liebe dich  4) Jahr  5)Freiheit

Die Europäische Kultur steht auf römischen und griechischen Säulen

Europas Kultur beruht auf Latein. Bis ins 18. Jahrhundert und darüber hinaus wurden alle bedeutenden wissenschaftlichen und juristischen Werke in der Sprache Ciceros und Caesars verfaßt. Noch immer leiten sich die Fachbegriffe von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik und Kirche aus dem Lateinischen ab.

Literatur, Theater, Film, Malerei Bildhauerei und Philosophie verarbeiten bis heute viele Inhalte antiker Literatur und Mythologie.

Die Römer beherrschten die Kunst der Rede in Vollendung - natürlich auf Latein.

·       Lateinschüler beschäftigen sich mit Inhalten, die einfach interessant sind. Sie lernen Alltagsleben, Bauten, Technik und Geschichte einer für sie fremden Kultur kennen. Dadurch können sie sich leichter ihres eigenen kulturellen Hintergrunds bewußt werden.

·       Lateinschüler können Kunst und Literatur - soweit sie sich auf die Antike beziehen - leichter verstehen.

·       Sie beschäftigen sich intensiv mit Rhetorik und ihren sprachlichen Mitteln. Das kann ihnen helfen, sich gegen Manipulationsversuche zu wehren.

·       Europa rückt immer näher zusammen - Latein bietet Zugang zu seinen kulturellen Grundlagen.

Latein ist solide Arbeit

Latein ist heute keine Sprache mehr, die man schnell spricht und schnell versteht. Wir arbeiten in Latein langsam, sorgfältig und betrachten Sprache mit fast mikroskopischer Genauigkeit, um den Inhalten auf die Spur zu kommen. Der kreative Teil ist die Übertragung ins Deutsche. Die Möglichkeiten, etwas in unserer Muttersprache auszudrücken, werden hier besonders intensiv überlegt, verglichen und gewertet.

Wie in jeder Sprache müssen Vokabeln und Grammatik auch in Latein exakt und ausdauernd gelernt werden.

·       Lateinschüler können Sorgfalt, Konzentrationsfähigkeit und Durchhaltevermögen trainieren.

·       Sie vergrößern ihren deutschen Wortschatz und verbessern ihre Fähigkeiten, sich situationsgerecht ausdrücken zu können. Hier hilft Latein anerkanntermaßen überdurchschnittlich.

·       Komplizierte Texte und Literatur verlieren ihren Schrecken; Lateinschüler sind daran gewöhnt, mit so etwas umzugehen

·       Langsamkeit, sich Zeit nehmen für Kleinigkeiten, zum Nachdenken und Genauigkeit sind mit Sicherheit nicht der schlechteste Gegenpol zu unserer immer schnelleren Lebensweise und gegen einige Tendenzen der modernen Medien.

·       Verlangt nicht auch ein Studium oder ein zukünftiger Chef genau diese Fähigkeiten?

Unterrichtssprache Deutsch

Man liest Latein so, wie es geschrieben wird. Im Unterricht wird normalerweise Deutsch gesprochen. Ausspracheprobleme wie in modernen Fremdsprachen und daraus resultierende Hemmungen gibt es in Latein nicht.

Latein ist gut für die Universität

An der Uni wird für einige Studienfächer das Latinum verlangt, z.B.:

Anglistik (Englisch), Germanistik (Deutsch), Geschichte, Romanistik (Französisch, Spanisch, Italienisch), Latein, Griechisch, Philosophie, Kunstgeschichte, Theologie, Musikwissenschaft, Sprachwissenschaft etc.

In einigen anderen Studiengängen werden Lateinkenntnisse ( nicht das Latinum) verlangt oder sind hilfreich, z.B.:

Medizin, Pharmazie, Jura, Biologie etc.

Man kann sich das Latinum auch an der Uni erarbeiten, allerdings nur unter großen Anstrengungen und mit hohem Durchfallrisiko. Viel Energie und Zeit werden von den eigentlichen Studieninteressen abgelenkt.

Einige Computer-Begriffe mit lateinischen Wurzeln:

Computer     è  computare  = zusammenzählen

edit               è  editus = herausgegeben

error              è  error = Irrtum, Fehler

delete           è  deletus = zerstört

copy             è  copia = Menge, Fülle

sign              è  signum = Zeichen

repeat           è  repetere = wiederholen

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